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Teich in Bernhardsthal

Bernhardsthal

Bernhardsthal (tschechisch Pernitál) ist eine Marktgemeinde mit 1585 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Die Bodenfunde im Ortsgebiet weisen auf eine Besiedelung ab der Jungsteinzeit und Bronzezeit zurück. Eine Siedlung westlich des Orts stammt aus der Lengyelkultur, eine nahe Hundebestattung auf den Unfrieden wurde auf 4300 v. Chr. datiert. Am gleichen Platz gab es 2000 Jahre später ein Gräberfeld der frühen Bronzezeit (um 2000 v. Chr.), das der Aunjetitzkultur zugeordnet wird. Aus der Älteren


Eisenzeit (Hallstattzeit, 800–400 v. Chr.) stammen „Die Drei Berge“, wie lokal die Gruppe der 3 Hügelgräber genannt wird.

Eine Ausgrabung des Bundesdenkmalamtes in den Jahren 1974 bis 1980 stellte eine germanische Siedlung an der Thaya aus dem 1. bis 4. Jahrhundert fest. Quer durch diese führte der Spitzgraben eines römischen Marschlagers, ein Relikt aus dem Vormarsch Marc Aurels (um 178 n. Chr.). Aus dem 6. bis 9. Jahrhundert stammen slawische Siedlungen. Pohansko, knapp nordöstlich der Ortsgrenze in


Lundenburg (Břeclav) gelegen, ist im 9. Jahrhundert ein Zentrum des Großmährischen Reichs. Aus dieser Zeit stammt das „Bernhardsthaler Bleikreuz“ mit Christusdarstellung – acht verstreut gefundene Kreuze (Stand 2016) aus der gleichen Gussform lassen mittlerweile den Ursprung als Andenken an eine Wallfahrt nach Mikultschitz (Mikulčice) erkennen.

Bei der „Deutschen Besiedlung“ um 1050 könnte die Gründung des heutigen Ortes Bernhardsthal erfolgt sein. Die Siedlung lag, wie erst beim Ausbaggern des „Großen Teichs“ 2009 festgestellt, teilweise mitten im heutigen Teichgebiet. 1171 wurde Bernhardsthal erstmals urkundlich erwähnt und zwar im Klosterneuburger Traditionskodex (... dominus Ortolfus de Waidehouen fundum Pernhardestal). https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhardsthal (2026)

Im Otto Berger Heimatmuseum sind neben einem volkskundlichen Teil die wichtigsten Stationen der geschichtlichen Entwicklung des Ortes Bernhardsthal dokumentiert:

http://museumbernhardsthal.at/


Von der Besiedlung im Großmährischen Reich und der beginnenden Christianisierung zeugt der Fund des „Bernhardsthaler Bleikreuzes“ (9. Jh.).

Um 1200 begann der Bau des romanischen Kirchenschiffs der heutigen Kirche, ein gotischer Chor folgte bald.

Für Kirche und Pfarrhof war der Fürst von Liechtenstein bis 31.12.1968 als Patronatsherr.

© Jonny Brazil

Der Ort muss damals durchaus bedeutend gewesen sein, denn Reinhard von Wehingen erhält 1370 für den Ort Bernhardsthal das Marktrecht (… in seinem markte ze Pernharcztal, gelegen in unserm lande ze Oesterreich ). Rasche Besitzwechsel in dieser Zeit erreichten ihre vorletzte Stufe als die Roggendorfer 1423 Bernhardsthal von Hanns der Hering erwarben. In den Kriegen mit Podieprad brannten 1458 die Roggendorfer die Feste Bernhardsthal, am Jägerhausberg gelegen, selbst nieder. Sie wurde nicht wieder aufgebaut. Schließlich verkauften sie 1470 Bernhardsthal mit Schloss und drei Teichen an die Liechtensteiner (samt dem öden Dorf Ebenfeld).

Die befestigte Burg am südl. Ortsausgang wurde 1458 vom Böhmenkönig Georg von Podieprad zerstört. Kurz darauf erfolgte der Schlossbau am südl. Angerrand. Dieser ging 1470 in Liechtenstein’schen Besitz über und verfiel, im 16. Jh.


Liechtenstein Bezug

1470 kaufte Heinrich VII. v. Liechtenstein von Wolfgang Rogendorf (It. Büttner – Wolfgang v. Ruckendorf) das Schloß zu Bernhardsthal mit dem Markt daselbst, mit dem öden Dorf zu Ebenfeld, mit Teichen, Zehnten, dem Kirchenlehen, dem Gericht, der Wildbahn usw. (Falke I, S. 487)

Kirche (hl. Ägyd – Herrschaft Rabensburg). 1470 ging die Pfarre mit der bisherigen Herrschaft der n den Roggendorfern über an die Liechtensteiner, seitdem ist diese mit der Herrschaft Rabensburg verbunden.

1495 erhielt Christoph III. v. Liechtenstein die Belehnung mit Wilfersdorf und Bernhardsthal. (Falke I, S. 504).

Ab 1590 besitzen laut Bereitungsbuch ausschließlich die Liechtensteiner in Bernhardsthal die Grundherrschaft und die Dorfobrigkeit.

Georg Erasmus v. Liechtenstein gen Rabensburg besitzt alle 92 Häuser.

1591: laut Testament des Georg Erasmus v. Liechtenstein erhält sein Bruder Johann Septimius v. Liechtenstein u.a. den Markt Bernhardsthal mit allen seinen Herrlichkeiten, Gericht, Nutzungen, Zehnten usw. (Falke II, S. 104)

1672 war das Schloss vermutlich nicht mehr vorhanden. Deshalb konnte der im Auftrag der Liechtensteiner tätige Maler und Zeichner Vischer kein Schloss mehr zeichnen.

Am SO-Ende des Dorfes befindet sich am Geländerücken das Forsthaus des Fürsten Liechtenstein (№ 46). Dort lag ein Hausberg mit doppeltem Bering, die Gräben wurden beim Bau einer Wasserleitung angeschnitten.

Im Föhrenwald – hinter dem Zollhaus – befindet sich jetzt ein Forsthaus, errichtet nach einer Planung von Carl Weinbrenner, im Besitz des Fürsten von Liechtenstein.

Die Teiche wurden 1995 wieder eingelassen und sind jetzt ein beliebter Erholungsplatz zum Natur genießen, Tretbootfahren, Fischen, Spazieren usw.


© WTG Michael Reidinger

1795 ist laut Topographischem Landschematismus Bernhardsthal im Besitz der Liechtensteinischen Herrschaft Rabensburg. Diese hat die Ortsobrigkeit, die alleinige Grundherrschaft sowie das Landgericht. (Ingeborg Bogner: Die Liechtensteinischen Herrschaften …, S. 134 f.).

1822 nach dem Topographischen Landschematismus besitzen die Liechtensteiner noch immer die Ortsobrigkeit, die ausschließliche Grundobrigkeit und das Landgericht. Zugehörig zur Herrschaft Rabensburg.


17.07.1984 erfolte mittels Gemeinderatsbeschluss der Erwerb der Teichflächen durch Grundtausch und Kauf. Gemeinde erhält: 35 ha (Großer Teich 25 ha und Kesselteich 10 ha) Liechtenstein erhält: 26 ha Gemeindegrund + 4,5 Mio. Schilling.

Für Kirche und Pfarrhof war der Fürst von Liechtenstein bis 31.12.1968 Patronatsherr.

Zusammengestellt von Horst Obermayer MSc. nach Unterlagen der Marktgemeinde Bernhardsthal und der Homepage des Otto Berger Heimatmuseums (Dieter Friedl), Wikipedia und auf der Grundlage der Forschungsarbeit von Hans Huysza, Liechtensteinausstellung Schloss Wilfersdorf.

Gemeindeinfo

Hauptstraße 65, 2275 Bernhardsthal, Österreich

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